Gedanken zu Leben und Tod – Über die Rolle des persönlichen Glaubens, den Sinn des Lebens und die Verantwortung für uns selbst.

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Alle reden über Trauer 2017

Im Rahmen der Aktion „Alle reden über Trauer“, bei der sich über 70 Personen mit einem Artikel beteiligen, habe ich ebenfalls die Ehre meine Gedanken darüber zu teilen. Hier könnt ihr mehr darüber erfahren und lesen.

Ich habe noch nie den plötzlichen Tod einer mir nahestehenden Person erleben müssen. Auch habe ich noch nie jemanden durch eine tödliche Krankheit verloren. Aber dennoch habe ich eine Meinung dazu und schon oft habe ich mich selbst gefragt, wie ich wohl damit umgehen würde, wenn es zu so einem schweren Verlust kommen sollte.

Vermutlich spielt der persönliche Glaube was das Leben und den Tod betrifft eine Schlüsselrolle im Umgang mit einem schweren Verlust.

Mein Glaube hat sich durch meine persönliche Sinnkrise, die ich nach einer Trennung im Jahr 2010 durchleben musste geformt. Ich glaube an die Wiedergeburt und daran das unsere Seele durch viele Leben hier und auch auf anderen Planeten alle Erfahrungen sammelt, schöne wie auch nicht so schöne, um am Ende eins zu werden mit dem Universum. Ich glaube daran, dass alles mit allem verbunden ist. Zufälle gibt es für mich nicht.

Das Leben und der Tod sind die zwei Seiten der selben Medaille. Ich glaube, dass jeder Mensch genauso so lange auf Erden weilt wie es vorgesehen ist. Einen zu frühen Tod gibt es nicht. Der Mensch geht, wenn seine Aufgabe erledigt oder seine Erfahrung gemacht ist. In unserer Kultur ist ein früher Tod sehr dramatisch…es heißt ja auch ein glückliches und langes Leben. In anderen Kulturen wird mit dem frühen Tod anders umgegangen. Ein Kind, das zum Beispiel bei der Geburt oder schon vorher stirbt, ist für manche Kulturen ein Grund zur Freude, denn diese Seele, war bereits so weit entwickelt, dass es nur noch die Erfahrung des geboren werden oder des im Bauch heranwachsen gebraucht hat.

Gleichzeitig kann es für die Eltern des verstorbenen Kindes bedeuten die Erfahrung des Verlustes und den Prozess des Loslassen zu durchleben und zu meistern.

Und letztlich ist jeder Verlust und jede Krise eine harte Probe für den persönlichen Glauben. Was sich vorher so gut und stimmig angefühlt hat, wird plötzlich in Frage gestellt und angezweifelt…der Tod, der jeden von uns zur gegebenen Zeit begegnen wird und der genauso natürlich ist wie die Geburt, erscheint als ungerecht und sinnlos.

Aber warum wird der Tod überhaupt so negativ wahrgenommen? Für mich ist der Prozess des Sterbens etwas worauf man sich bei Lebzeiten schon vorbereiten sollte, denn der Tod ist auch der Anfang von etwas Neuem. Im Yoga zum Beispiel ist die Endentspannung, auch Shavasana genannt, nichts anderes als eine Übung für das Sterben. Mann/Frau setzt sich schonmal damit auseinander wie der Wechsel vom Leben zum Tod aussehen könnte. Und ich bin auch fest davon überzeugt, dass egal wie es zum Tod kommt, der Prozess des Sterbens etwas sehr schönes sein kann, wenn Mann/Frau sich vorher damit auseinandergesetzt hat und keine Angst davor hat. Es ist die Heimkehr zu unserer Quelle, die Heimkehr zu dem Ort, den wir dadurch das wir geboren wurden vergessen haben.

So gesehen könnten wir uns also für die verstorbene Person freuen, dass sie diesen wundervollen Prozess gemeistert hat und Heim gekehrt ist…wenn eben nicht dieser Schmerz wäre, der durch den Verlust verursacht wird. Und hier beginnt nun die Trauer.

Die Trauer ist notwendig um den Verlust seelisch zu verarbeiten. Doch wann wird die Grenze zwischen Trauerphase und grenzenlosem Schwelgen in Selbstmitleid überschritten? Warum fällt es uns so schwer zu akzeptieren, dass es von nun an ohne die geliebte Person weiter gehen muss?

Weil es die herausforderndste und schwerste Aufgabe ist, die das Leben von uns abverlangt! Wer diese Aufgabe meistert, der ist dazu bereit Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen. Denn das persönliche Glück ist weder von Umständen noch von einer anderen Person abhängig. Das bedeutet auch, dass wir in jeder erdenklichen Situation dazu imstande sind glücklich zu sein…die einzige Voraussetzung dafür ist, die Selbstverantwortung.

Ales was wir mit unseren Sinnesorganen oder auch mit unsren Organen wie Herz und Darm aufnehmen oder wahrnehmen ist zunächst neutral, also weder positiv noch negativ. Erst unser Verstand interpretiert die Wahrnehmung und versieht sie mit einem Etikett, das je nach Aufschrift  ein positives oder negatives Gefühl hervorbringt. Wir sind sowohl für unsere Gefühle als auch für deren Auswirkungen selbst verantwortlich.

Wir haben es in der Hand unserem Leben trotz des Verlustes einen Sinn zu geben. Der Sinn des Lebens ist glücklich zu sein!

Wer in der Opferrolle bleibt, der ist verloren…wer die Trauer nutzt, um seine Seele zu trösten und sich dann wieder voller Verantwortung dem Leben widmet, dem steht alles offen! Die Möglichkeiten sind grenzenlos…

In lauter Trauer

Deine

erika

6 Comments on “Gedanken zu Leben und Tod – Über die Rolle des persönlichen Glaubens, den Sinn des Lebens und die Verantwortung für uns selbst.”

  1. Hermann

    Liebe Erika.

    Leben ist nicht das Gegenteil von Tod!
    Der Gegenteil von Tod ist Geburt!
    Das einzige was stirbt ist die Idee vom Tod.
    Das Leben ist unsterblich!

    LG

    Hermann

    1. ernaehrenswert.de

      Lieber Hermann,
      da stimme ich Dir zu. In meinem Artikel bezieht sich das Leben bzw. der Tod auf das zeitlich begrenzte, irdische Leben. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem…AllesLiebeErika

  2. Marthe Jung

    Liebe Erika!
    Man spürt Deinem Text an, daß Du noch nie den Tod an Deiner Seite hattest…Ich weiß gar nicht, ob ich sagen soll, daß Du da Glück hast. Mir ist er auch erst begegnet, als ich schon 47 war und er hat alles mitgerissen, was ich bis zu diesem Zeitpunkt von der Welt geglaubt habe und wer ich dachte zu sein. Das war ein so grausamer Schmerz, der mich an das Gefühl des Verbrennens erinnerte. Zum Schluß war da nur noch Asche. Und als dieser alles vernichtende Schmerz vorüber war, kam die Zeit der Ödnis, in der die Welt all ihre Farbe für mich verloren hatte. Jetzt wußte ich, was das Wort „Grauen“ bedeutet. Es ist dann nicht bei diesem einen Tod geblieben, aber so nah ist er mir seitdem nicht wieder gekommen. (Stimmt nicht ganz, wenn eines meiner Tiere stirbt durchlebe ich dieses Gefühl jedes Mal wieder im Zeitraffer.) Es ist ein Gefühl der Vernichtung. Der Tod hätte uns niemals so Angst machen können, wenn der Verlust nicht so schrecklich wäre.

    1. ernaehrenswert.de

      Liebe Marthe,

      vielen Dank für Deinen Beitrag! Auch wenn ich die Erfahrung des Verlustes noch nicht gemacht habe, hoffe und wünsche ich mir, dass mein Glaube, so stark ist, dass der Schmerz nicht von langer Dauer sein wird und meine Verbundenheit mit allem auch über das irdische Leben hinaus, die Vorstellung vom Tod überwinden wird…AllesLiebeErika

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